S5901901: Zusatzqualifikation zum/zur Facherzieher*in für Integration/Inklusion
Inklusion ist die Anerkennung der Unterschiede. Integration ist der Weg dorthin …
Die Zusatzqualifikation zum/zur Facherzieher*in für Integration/Inklusion richtet sich an staatlich anerkannte Erzieher*innen und bietet die Möglichkeit einer qualitativ hochwertigen Weiterbildung, die durch die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft von Berlin (SenBJW) anerkannt ist.
Die Teilnehmer*innen erwerben anhand von theoriebasierten Unterrichtseinheiten, die mit Praxisbeispielen untermauert werden, Kenntnisse und Kompetenzen im Bereich der Integrations- und Inklusionspädagogik. Dabei geht es um die Begleitung und Unterstützung der Kinder mit „erhöhtem Assistenzbedarf“ (Enthinderungsbeauftragter, Prof. Jo Jerg, FH-Ludwigsburg), die Kooperation mit den Eltern sowie den Aufbau bzw. die Zusammenarbeit innerhalb eines Netzwerkes.
Nach acht Unterrichtsmodulen sowie einem abschließenden Kolloquium erlangen die Teilnehmer*innen die Zusatzqualifikation zum/zur Facherzieher*in für Integration.
Seminarinhalte:
Modul I
Kennenlernen und die Geschichte der integrativen/inklusiven Haltung
Index für Inklusion (GEW), inklusive Werte nach Tony Booth im Kontext einer inklusiven Kommunikation
Konzepte Integrativer und Inklusiver Pädagogik
Die UN-Konvention, gesetzliche Rahmenbedingungen und Stellungnahmen
Definition und Differenzierung Integration/Inklusion als Reflexionsinstrument mit der KaWa-Methode von V. B. Birkenbihl
Modul II
Begriffsdefinitionen: Störung, Behinderung, Beeinträchtigung, Krankheit etc.
Reflexion des Förderbegriffs nach G. Hüther
Entwicklungspsychologische Grundlagen
Spielpädagogische Entwicklung (0 – 10 Jahre)
Empathie-, Selfcare- und Resilienzkonzepte als inklusive Haltungsreflexion (10 Life skills bzw. Säulen nach der Weltgesundheitsorganisation)
Modul III
Beobachtungsverfahren und -instrumente kennenlernen und kombinieren
Der Stellenwert der situationsbezogenen Beobachtung
Auswertung der Beobachtung und die weiteren möglichst partizipativen Planungsschritte
Modul IV
Grundlagen der Pädagogik für Menschen mit Behinderung
Risikofaktor Behinderung in Bezug auf Kindeswohlgefährdung
Diagnostik (ICD 10) und Kind-Umfeld-Analyse
Überblick und Handhabung von Therapieformen und -ansätze
Modul V
Theorien integrativer und inklusiver Prozesse mit Praxisbeispielen
Methoden- und Handlungskompetenz, Soziogramm, Projektarbeit
Kooperative Lernformen und Gesprächskreise moderieren
Reflexion der eigenen Arbeits- und Gruppensituation
Modul VI
Die Lebenswelt von Eltern mit Kinder mit Behinderungen/Beeinträchtigungen
Bewältigungsstrategien (Annahmespirale nach Schuchardt)
Beratungskonzepte für Eltern mit Migrationshintergrund und anderen Familienkulturen
Perspektivenwechsel für eine verbesserte Empathiekompetenz
Modul VII
Vier Ebenen, die das Gelingen von Kooperation beeinflussen
Systemische Kooperationskonzepte
Interkulturelle und transkulturelle Kompetenz und Konzepte
Beratungsangebote (SPZ, Therapiestellen) kennen und nutzen
Die Rolle und Funktion der Integrations-/Inklusionsfachkraft im Fachausschuss zur Hilfeplanfeststellung
Modul VIII
Zeitmanagement/ Die inklusive Teamkultur
Methoden der kollegialen Beratung und Grundsätze der Beratung nach Rogers
Informationsquellen und Fortbildungsmöglichkeiten für pädagogische Fachkräfte
Stellen- und Aufgabenbeschreibung einer Integrations-/Inklusionsfachkraft –
Qualitätskriterien nach Simone Seitz (Uni Bremen) für die externe und interne Evaluation nutzen
Qualitätskriterien für die Inklusion der Kinder mit Assistenzbedarf in der Einrichtung erstellen und anwenden
Kolloquium
schriftliche Abschlussarbeit, Vorstellung einer Gruppenarbeit (zu einer weiteren Thematik), Fachfragen zu Begriffen und Integrationspädagogischen Aspekten (selbst gewählter Themenschwerpunkt)
Lehrgangsdauer
27 Schulungstage inkl. Kolloquium (192 Unterrichtseinheiten à 45 Minuten)