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Fortbildungslehrgang zur Vorbereitung auf die Abschlussprüfung zum/zur Verwaltungsfachwirt*in für Kommunalbedienstete

Zweck/Zielstellung

Der Fortbildungslehrgang zur Vorbereitung auf die Abschlussprüfung Verwaltungsfachwirt stellt eine bundesweit anerkannte Aufstiegsfortbildung im Sinne von § 54 Berufsbildungsgesetz (BBiG) dar. Der Lehrgang richtet sich an Angestellte, die bereits Tätigkeiten ausüben, die dem gehobenen Dienst entsprechen bzw. diese in Zukunft ausüben wollen. Er vermittelt gründliche und vielseitige Fachkenntnisse. Dementsprechend regelt die Prüfungsordnung, dass der Lehrgangsteilnehmer nach dem Lehrgangsbesuch vertiefte Kenntnisse, Fertigkeiten und Erfahrungen erworben hat, die ihn über das Ausbildungsziel hinaus in einen Verwaltungsberuf befähigen, komplexere und verantwortungsvollere Aufgaben mit größerem Schwierigkeitsgrad in der allgemeinen Verwaltung in den Gemeinden und Gemeindeverbänden selbständig und weitestgehend eigenverantwortlich wahrzunehmen. Darüber hinaus werden die Angestellten befähigt, Methodenkenntnisse und Anwendungsfertigkeiten (Schlüsselqualifikationen) einzusetzen.

 

Die Konzeption des Lehrgangs ist insbesondere durch das Bestreben in den Kommunalverwaltungen geprägt, Angestellte durch qualifizierte Fortbildung zu befähigen, gehobene Funktionen mit Führungsverantwortung zu übernehmen. In wachsendem Maß gilt dies auch oder gerade für solche kommunalen Verwaltungen und Betriebe, die sich verstärkt an betriebswirtschaftlichen Zielvorgaben orientieren. Dies entspricht auch den gesetzlichen Vorgaben der Kommunalverfassung. Nach § 62 der Kommunalverfassung sind die Beamten, Angestellten und Arbeiter verpflichtet, die für die Wahrnehmung ihrer Tätigkeiten erforderlichen fachlichen Voraussetzungen zu erfüllen und die Ablegung der Prüfungen nachzuweisen, die nach den gesetzlichen Bestimmungen erforderlich sind.

 

Teilnahme-/Zulassungsvoraussetzungen

Nach Abschluss des Fortbildungslehrganges können auf Antrag zur Fortbildungsprüfung zugelassen werden: Verwaltungsfachangestellte und Angestellte mit einer entsprechenden Ausbildung (z. B. Angestellte mit Erster Angestelltenprüfung) und mindestens dreijähriger Berufspraxis in der öffentlichen Verwaltung nach der Abschlussprüfung, andere Angestellte nach mindestens vierjähriger Berufspraxis in der öffentlichen Verwaltung in Tätigkeiten nach dem Berufsbild des Verwaltungsfachangestellten im Sinne von § 40 Abs. 2 BBiG sowie andere Beschäftigte in der öffentlichen Verwaltung in Tätigkeiten nach dem Berufsbild des Verwaltungsfachwirtes.

 

Eignungstest

Vor Lehrgangsbeginn werden Eignungstests angeboten, über deren Teilnahme ausschließlich der Dienstherr entscheidet. Diese Eignungstestverfahren bieten nach erfolgreicher Teilnahme grundsätzlich die Gewähr dafür, dass die Lehrgangsteilnehmer über die notwendigen Voraussetzungen verfügen, um den Lehrgang erfolgreich abzuschließen.

 

Die Durchführung dieses Eignungstestverfahrens obliegt einem Prüfungsausschuss und besteht aus einem Test, einem schriftlichen Teil mit zwei Arbeiten und einem abschließendem Auswahlgespräch.

 

Der Test umfasst Testaufgaben zum logischen Denken in Zusammenhängen sowie zu den Fähigkeiten, Sprache und Zahlen im Berufsalltag einzusetzen und konzentriert zu arbeiten. Die Einzelheiten des Testverfahrens legt der Prüfungsausschuss fest. Die Durchführung des Tests kann sachkundigen Dritten übertragen werden (vgl. beiliegenden Steckbrief).

 

Der schriftliche Teil umfasst zwei Aufgaben, für deren Bearbeitung jeweils 180 Minuten zur Verfügung stehen. Es werden praktische Fälle aus den Fächern „Allgemeines Verwaltungsrecht“ (mit Bezügen zum besonderen Verwaltungsrecht) und zur „Öffentlichen Finanzwirtschaft“ gewählt, die mit Hilfe von gesetzlichen oder ordnungsrechtlichen Vorschriften und einem ausreichendem Maß an Verwaltungserfahrung gelöst werden können.

 

Das Auswahlgespräch soll die gedanklichen Fähigkeiten bei der Aufnahme und Verarbeitung von Informationen allgemeinbildender und fachbezogener Art verdeutlichen. Dabei sind auch die Interessenschwerpunkte und besondere dienstliche oder fachliche Neigungen einzubeziehen sowie die Ausdrucks- und Sprachgewandtheit der Auswahlteilnehmer zu ermitteln. Das Auswahlgespräch soll 30 Minuten je Bewerber nicht überschreiten.

 

Rahmenplan

Der Rahmenplan für den Fortbildungslehrgang zum/zur Verwaltungsfachwirt*in (ab Lehrgänge 2018) im Land Brandenburg regelt die Verteilung der Unterrichtseinheiten auf die einzelnen Unterrichtsfächer (Bausteine) und legt fest, welche Inhalte mit den jeweiligen Lernzielstufen zu vermitteln sind. Die Darstellung der Lernzielstufen orientiert sich am Strukturplan des Deutschen Bildungsrates. Sie sind fachspezifisch präzisiert und legen je nach der vorgegebenen Lernintensität fest, wie detailliert und umfangreich der unterrichtende Dozent die einzelnen Themenschwerpunkte behandelt.

 

Der Rahmenplan fasst sämtliche zu vermittelnde Unterrichtsinhalte in nachfolgend aufgeführten Handlungsbereichen zusammen:

  • Methoden- und Sozialkompetenzen
  • Rechts- und politikbezogene Kompetenzen
  • Wirtschaftliche- und Verwaltungsmanagementkompetenzen

 

Grundlage für den Rahmenplan bildet der Kompetenzrahmenplan des Bundesverbandes der Verwaltungsschulen und Studieninstitute (BVSI) mit Beschluss vom  7. November 2017.

 

Lehrgangsdurchführung

Der Präsenzunterricht bietet gegenüber anderen Lernformen eine ganze Reihe von Vorteilen: Durch die Unterstützung des Dozenten können Grundlagen schnell und zielgerichtet erarbeitet werden. Unklarheiten, die beim häuslichen Lernen, beim Lesen von Fachliteratur usw. auftreten, können schnell beseitigt werden. Kenntnisse und Fertigkeiten werden durch Anwendung und Wiederholung vertieft.

Die Übungsklausuren ermöglichen eine gute Vorbereitung auf die Abschlussprüfung.

 

Selbstverständlich besteht jederzeit die Möglichkeit, sich bei individuellen fachlichen Fragen und Lernschwierigkeiten schriftlich, telefonisch oder auch persönlich an den zuständigen Fachbereichsleiter zu wenden.

 

Fehlzeiten

Fehlzeiten im Unterricht werden in den Anwesenheitslisten erfasst. Eine Zulassung in den einzelnen zu prüfenden Handlungsbereichen kann nur erfolgen, wenn die Fehlzeit in dem Handlungsbereich insgesamt 15 Prozent der im Rahmenplan vorgesehenen Unterrichtszeiten des Handlungsbereiches nicht überschreitet.

Bei häufigen Fehlzeiten wird eine Kontaktaufnahme mit dem jeweiligen Sachbearbeiter empfohlen, um rechtzeitig eine Vorgehensweise abzustimmen, die die Zulassung zur Abschlussprüfung ermöglicht.

 

Lehrgangsklausuren

Im Rahmen des Unterrichts werden in den prüfungsrelevanten Fächern Leistungsnachweise geschrieben, die auf das Lehrgangsziel (Prüfungsniveau, Prüfungsumfang) vorbereiten und vom Dozenten korrigiert und bewertet werden. Der Dozent hilft dem/der Lehrgangsteilnehmer*in individuell, indem er den einzelnen Lösungsweg nachvollzieht, eventuell Fehlüberlegungen aufzeigt und Hinweise zum richtigen oder besseren Lösungsweg gibt.

Eine Zulassung in den einzelnen zu prüfenden Handlungsbereichen kann nur erfolgen, wenn alle Leistungsnachweise in dem Handlungsbereich mit durchschnittlich „ausreichend“ bewertet wurden.

 

Klausurenkurse

Bei Bedarf werden zusätzliche Klausurenkurse außerhalb der Unterrichtsveranstaltungen angeboten. Die Teilnahme erfolgt auf freiwilliger Basis, wobei die Anzahl der Teilnehmer begrenzt sein muss.

 

In den Kursen können die Kenntnisse und Fertigkeiten vertieft werden, die für eine methodisch einwandfreie Fallbearbeitung zwingend erforderlich sind. Es werden Übungen mit prüfungsrelevanten Fragestellungen in einer teilnehmerorientierten Seminarveranstaltung durchgeführt. Die Teilnehmer erhalten Musterlösungen und eine Teilnahmebescheinigung.

 

Nähere Informationen zur Durchführung derartiger Klausurenkurse werden mit den Lehrgängen rechtzeitig abgestimmt.

Alternativ können künftig auch Klausuraufgaben mit prüfungsrelevanten Inhalten angefordert werden. In einem vorgegebenen zeitlichen Rahmen wird eine Klausurlösung erarbeitet und dem Studieninstitut zur Korrektur zugeleitet.

 

Literatur

Jeder Lehrgangsteilnehmer / jede Lehrgangsteilnehmerin muss über alle für das Verwaltungshandeln notwendigen Bundes- und Landesgesetze verfügen. Da in der schriftlichen und praktischen Prüfung nur unkommentierte Gesetzestexte verwendet werden dürfen, sollten die handschriftlichen Eintragungen in den Gesetzestexten auf Verweise beschränkt bleiben.

 

Selbststudium

Unterrichtsbegleitendes zusätzliches Selbststudium wird unerlässlich sein. Das Selbststudium ist zum einen erforderlich für die individuelle Vor- und Nachbereitung der Präsenzveranstaltungen, zum anderen auch für das selbständige Erarbeiten einzelner Lerninhalte. Von den Dozenten erhalten Sie hierfür in allen Fächern Hinweise, Übungsfälle usw.

Kleine Arbeitsgruppen lassen sich in gewissem Umfang auch selbst aufbauen, etwa wenn man mit jemandem aus dem eigenen oder einem anderen Lehrgang zumindest zeitweise gemeinschaftlich lernt. Eventuell fördert auch Ihre Verwaltung das Selbststudium, indem sie einen fachkundigen Mitarbeiter bestimmt, den Sie von Zeit zu Zeit um fachlichen Rat fragen können.

In jedem Fall sollte sich jeder Lehrgangsteilnehmer aktiv am Unterrichtsgespräch beteiligen.

 

Prüfungsverfahren

Rechtsgrundlage bildet die Prüfungsordnung für die Durchführung von Fortbildungsprüfungen nach § 54 BBiG zum Verwaltungsfachwirt/zur Verwaltungsfachwirtin für Kommunalbedienstete in der Fassung vom 16. November 2018.

 

Die Prüfung gliedert sich in einen schriftlichen und einen praktischen Abschnitt.

 

Die schriftlichen Prüfungsleistungen bestehen aus insgesamt 5 Prüfungsklausuren á 240 Minuten und einer Hausarbeit, welche nach wissenschaftlichen Grundsätzen anzufertigen ist.

 

Die Prüfungsarbeiten werden ohne Namensangabe, also anonym, geschrieben und jeweils von zwei Mitgliedern eines Prüfungsausschusses korrigiert und bewertet. Bei abweichender Benotung bewertet der Prüfungsausschuss die Arbeit endgültig. Erst nach endgültiger Bewertung sämtlicher Arbeiten wird die Anonymität aufgehoben.

 

Das Ergebnis der schriftlichen Prüfung entscheidet über die Zulassung zur praktischen Prüfung.

 

Der Prüfling wird zur praktischen Prüfung nicht zugelassen, wenn zwei mit geringer als „ausreichend“ bewertete Arbeiten oder eine mit „ungenügend“ bewertete Arbeit geschrieben worden ist.

 

Die praktische Prüfung erfolgt in Form eines Vortrages mit anschließenden Rückfragen. Der Zeitumfang beträgt 30 Minuten. Der Prüfling soll seine Ausfertigungen zielgruppengerecht präsentieren. Das Prüfungsthema wird spätestens zwei Monate vor der praktischen Prüfung durch die zuständige Stelle vorgegeben. Die Vorbereitungszeit beträgt einen Monat nach Zugang des Themas.

 

Bei der Ermittlung des Gesamtergebnisses sind die Werte der schriftlichen Prüfungsergebnisse und das praktische Prüfungsergebnis im gleichen Verhältnis zu gewichten.

 

Die Prüfung ist insgesamt bestanden, wenn die Ergebnisse von vier schriftlichen Prüfungsarbeiten und das Gesamtergebnis der Prüfung mindestens „ausreichend“ (4) sind. Wird die praktische Prüfung mit der Note „ungenügend“ (6) bewertet, ist die Prüfung nicht bestanden.

 

Eine nicht bestandene Prüfung kann höchstens zweimal wiederholt werden.

 

Der Erwerb vielseitiger Fachkenntnisse wird im Sinne der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichtes tatsächlich und ausdrücklich nur mit der erfolgreich abgeschlossenen Prüfung nachgewiesen.

 

Über eine eventuelle Befreiung von der Prüfungspflicht kann nach der derzeitigen Rechtslage nur der Dienstherr entscheiden. Regelungen, wie sie beispielsweise in anderen Bundesländern in Form tarifrechtlicher Vereinbarungen existieren (z. B. Befreiung von der Prüfungspflicht nach Vollendung des 40. Lebensjahres), gelten im Land Brandenburg nicht.

 

Im Fall einer Prüfungsbefreiung werden Teilnahmezertifikate ausgestellt, die den Lehrgangsbesuch bescheinigen.

 

Die Brandenburgische Kommunalakademie hat seit seiner Gründungsphase im Juni 1991 mehr als 300 Aus- und Fortbildungslehrgänge durchgeführt, so dass den Teilnehmern eine qualitativ hochwertige auf den bisherigen Erfahrungen basierende und interessante Fortbildung mit in der Erwachsenenbildung erfahrenen Dozenten zugesichert werden kann.

 

Selbstverständlich steht das Mitarbeiterteam der Brandenburgischen Kommunalakademie für alle weiteren Fragen, die in dieser kurzen Einführung nicht behandelt werden konnten, gerne als Ansprechpartner zur Verfügung.

 

Dauer des Lehrgangs
Der Lehrgang umfasst ca. 970 Unterrichtsstunden.

 

Lehrgangsbeginn

25. März 2019

 

Unterrichtsort
Der Lehrgang wird im Dienstgebäude der Brandenburgischen Kommunalakademie in Potsdam durchgeführt.

 

Unterrichtszeiten

Die Unterrichtsveranstaltungen finden von 08:30 Uhr - 14:30 Uhr, eine Woche im Monat. Während der Schulferien des Landes Brandenburg und der gesetzlichen Feiertage ruht der Lehrgangsbetrieb.

 

Das Anmeldeformular für den Lehrgang können Sie hier downloaden.

 

Ihre Ansprechpartnerin:

Kathrin Bischoff
Tel.: 0331 23028-45
E-Mail:
Kontakt
 

Brandenburgische Kommunalakademie 

Am Luftschiffhafen 1

14471 Potsdam

 

Tel.: 0331 23028-0

Fax: 0331 23028-28

E-Mail:

 
 
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